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INSPIRIERENDE FRAUEN IN DER MUSIKBRANCHE

Die Musikindustrie entwickelt sich ständig weiter und immer mehr starke Frauen drängen an die Spitze, aber sie war nicht immer so aufgeschlossen gegenüber weiblichen Künstlern. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es vielen Frauen untersagt, an bestimmten Orten aufzutreten, während andere auf der Straße, im Radio, bei Plattenfirmen und von männlichen Künstlerkollegen diskriminiert wurden.

Im Rahmen des Women’s History Month, möchten wir eine Auswahl der Geschichten, Stimmen und Talente einiger weiblicher Inspirationen unserer Musikberater vorstellen.

[Bildquelle: Filippa Lidholm]

Lhasa de Sela

von Tommy Virga (Senior Music Supervisor)

Lhasa de Sela war eine inspirierende amerikanisch-kanadische Künstlerin, die auf Englisch, Spanisch und Französisch sang und schrieb. Sie war in der Lage, ihre Gefühle und ihr Leben durch ihre Musik auszudrücken, die sich auf viele verschiedene Kulturen und Genres bezog, darunter mexikanische und Zigeuner-Folk-Melodien. Sie begann als junges Mädchen in Bars zu singen und wurde zu einer Inspiration, die in ihrer kurzen Zeit bei uns die Seelen von Millionen von Menschen berührte. Lhasa ist leider 2010 an Brustkrebs gestorben.

Tommys Lieblingstracks :

„El Desierto“ – Video oben

Weitere Songs zum Ausprobieren:
🎵 Rising
🎵 La Marée Haute

Angélique Kidjo

von Amy Frishkey (Musikberaterin)

Vielseitigkeit und Aktivismus bestimmen seit über vierzig Jahren die Karriere der preisgekrönten beninischen Musikerin Angélique Kidjo.

Als Kind hörte sie sich die Band ihrer Brüder und deren US-Soul-Plattensammlung genau an. Als Teenager forderte ihr Vater sie auf, Lieder zu schreiben, die Brücken bauen und Akzeptanz vermitteln. Seit sie mit Anfang zwanzig als Flüchtling nach Frankreich kam, hat sie in verschiedenen Genres brilliert, darunter Jazz, westliche Klassik, R&B, Afropop, Latin Salsa und Reggae. Kidjos „Must-Have“-Album aus dem letzten Jahr, „Mother Nature“, bringt sie durch ihre Zusammenarbeit mit aufstrebenden afrikanischen Talenten wie Burna Boy, Sampa the Great und Zeynab mit einem jüngeren Publikum in Kontakt.

Die Stärkung der Rolle der Frau ist ein ständiges Thema in Kidjos Werk. Ihr Kontakt zu Aktivisten wie Winnie Mandela, Musikern wie Aretha Franklin und Miriam Makeba und das Engagement ihrer Mutter für das Wahlrecht und gegen häusliche Gewalt machten sie zu einer überzeugten Feministin. Im Jahr 2006 gründete Kidjo ihre eigene Stiftung Batonga, um Mädchen in Afrika zu helfen, eine weiterführende Schule zu besuchen. Ihr 2014 erschienenes Album Eve feiert die Schönheit und Stärke von Frauen im Alltag. Etwa zur gleichen Zeit schloss sie sich einer Supergruppe westafrikanischer Musikerinnen namens Les Amazones d’Afrique an, die sich für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzt und ihr Album République Amazone veröffentlichte.

Obwohl ich Kidjo schon lange kannte und ihre Musik für Mood wie African Rhythms und Destinations programmiert hatte, machten mich ihr Auftritt bei Austin City Limits im Januar 2016 und ihr offenes Interview mit der Journalistin Ann Powers beim SXSW am 29. Juni desselben Jahres zu einem eingefleischten Fan. Seitdem ist sie für mich ein Vorbild und eine Richtschnur.

Amys Lieblingstracks :

„Fired Up“ – Video oben

Weitere Songs zum Ausprobieren:
🎵Dombolo (Les Amazones d’Afrique feat. Angélique Kidjo)
🎵 Kelele

[Bildquelle: Panorama 2017, USA 2017 von: Catherine Gund, Daresha Kyi. Chavela Vargas © Excelsior/Imagen Digital]

Chavela Vargas

von Alex Espinosa (Musikberater)

Da ich in einem mexikanischen Haushalt aufwuchs, hörte ich alle Arten von lateinamerikanischer Musik, von Rancheras bis hin zu Mariachi-Musik. Meine Mutter spielte ihre Lieblingsmusik, die sie immer an ihre Heimatstadt in Mexiko erinnerte. Die Musik von Chavela Vargas war für mich eine Künstlerin, die meine Mutter emotional sehr berührt hat. Isabel Vargas Lizano, die unter ihrem Kosenamen Chavela bekannt war, wurde in Costa Rica geboren und wuchs dort auf. Nach der Scheidung ihrer Eltern wanderte sie nach Mexiko aus, um im Alter von 17 Jahren eine Musikkarriere zu starten. Dort schlug sie sich mit ihrer eigenen Musik auf den Straßen von Mexiko-Stadt durch, während sie Männerhosen und Ponchos trug, um in einer von Männern dominierten Branche nicht aufzufallen. Währenddessen freundete sie sich mit lokalen Künstlern und Clubbetreibern an. Ihr Musikstil mit eindringlichen Interpretationen von Rancheras mit einem Hauch von Mariachi machte sie in ihrer Wahlheimat zu einem Begriff und wurde von vielen bewundert. Ich hatte immer das Gefühl, dass meine Mutter eine besondere Verbindung zu Chavela hatte, da sie in jungen Jahren ebenfalls in ein anderes Land ausgewandert war. Chavela Vargas ist leider 2013 im Alter von 94 Jahren verstorben, aber ihre Musik hat und wird immer weiterleben.

Alex‘ Lieblingstracks :

„Sombras“ – Video oben

Weitere Songs zum Ausprobieren:
🎵Anillo de Compromiso
🎵 Juan Charrasqueado

[Bildquelle: Marin Alsop, 2007. Grant Leighton]

Marin Aslop

von Erin Yousef (Musikberaterin)

Die weltbekannte Dirigentin Marin Alsop schrieb Geschichte als erste Frau an der Spitze eines großen amerikanischen Symphonieorchesters, als sie 2005 zur Musikdirektorin des Baltimore Symphony ernannt wurde.

Nachdem sie Leonard Bernstein zum ersten Mal in einem Konzert gesehen hatte, erklärte die neunjährige Alsop ihrem Geigenlehrer, dass sie auch Dirigentin werden wolle. Ihre Lehrerin sagte ihr, dass Mädchen keine Dirigenten sein können. Doch Bernstein wurde schließlich zu ihrem Mentor, und trotz des Sexismus und der Diskriminierung, die es in diesem Bereich immer noch gibt, kann Alsop heute auf eine geschichtsträchtige, glänzende Karriere zurückblicken. Sie hat mit einigen der führenden Orchester der Welt zusammengearbeitet, darunter das London Philharmonic und das London Symphony Orchestra, das La Scala Orchestra und das Orchestre de Paris. Sie war Musikdirektorin des brasilianischen São Paulo Symphony Orchestra und ist derzeit Chefdirigentin des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien sowie Chefdirigentin und Kuratorin des Ravinia Festivals in Chicago, wo sie die Sommerresidenzen des Chicago Symphony Orchestra kuratiert und dirigiert.

Ihre bemerkenswerte Karriere inspirierte den Dokumentarfilm The Conductor, der letztes Jahr auf dem Tribeca Film Festival seine Premiere feierte und am 25. März landesweit auf PBS ausgestrahlt werden soll.

Erins Lieblingstracks :

„Meditation No. 1“ – Video oben

Weitere Songs zum Ausprobieren:
🎵DANCE, I. when you’re broken open
🎵 Candide: Overture